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„Es kam ihm seltsam vor, dass sich zwei Leute am selben Ort aufhalten und völlig verschiedene Dinge sehen konnten.“
Inhalt:
Mikey's Familie ist nach der Vergewaltigung seiner 15-Jährigen Schwester Karyn nicht mehr die, die sie vorher war. Seine Mutter ist Alkoholkrank, einen Vater gibt es nicht, er muss sich um seine zwei jüngeren Schwestern, seine Mutter und dann auch noch um sich selbst, wofür meistens aber kaum Zeit bleibt, kümmern. Mikey macht es fertig, dass seine Schwester sich in ihrer Wohnung von der Außenwelt isoliert und er will nichts mehr, als sich dafür, was ihr Tom Parker angetan hat, rächen. Als er die Schwester von Tom Parker kennenlernt, hat er anfangs nur vor, die Chance zu nutzen, um Tom eine Falle zu stellen. Er ahnt jedoch nicht, dass sich aus dem anfänglichen Flirt mit Hintergedanken Liebe entwickelt. Ellie steht fest auf der Seite ihres Bruders und würde alles tun, um ihm das Gefängnis zu ersparen. Doch ebenso würde Mikey alles tun, um sich an dem Vergewaltiger seiner Schwester zu rächen. Steht Mikey zu seiner Familie oder entscheidet er sich für die Liebe? Beschließt Ellie endlich auszupacken, oder beschützt sie ihren Bruder weiterhin?
Meinung:
Jenny Downham beschäftigt sich in „Ich gegen dich“ mit einem sehr schweren Thema, nämlich Vergewaltigung. Sie befasst sich dabei intensiv mit den Ängsten und Sorgen aller Angehörigen von Opfer und Täter und stellt ein realistisches Bild der Gefühlswelt der einzelnen Charaktere dar.
Anfangs lernt man die zerrütteten Familienverhältnisse der einzelnen Charaktere nach dem Geschehen der Tat kennen und erfährt auch was passiert ist. Es braucht etwas, bis man sich eingelesen hat. Der Einstieg ist zugegebenermaßen ein wenig langatmig, jedoch war ich trotzdem gespannt auf den weiteren Verlauf der Geschichte.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Mikey und Ellie erzählt. Den Einstieg in diese lernt man durch Mikey's Augen kennen. Mikey's Gefühle was die Vergewaltigung seiner Schwester betrifft scheinen sich durch Wut auszudrücken. Ellie hingegen ist zerbrechlicher was das betrifft. Ihr macht das alles zu schaffen, jedoch ist sie es gewohnt, ihre wahren Gefühle für sich zu behalten und Anweisungen zu folgen.
Die Autorin schafft es, die Gefühle beider Charaktere so auszudrücken, dass man als Außenstehender beide Seiten versteht. Sie verschönigt nichts, sondern stellt alles so in Worten dar, wie es auch ist.
Wer denkt, dass die Liebesgeschichte zwischen Mikey und Ellie im Mittelpunkt der Geschichte steht, liegt falsch. Auch wenn man der Geschichte durch den Augen von Mikey und Ellie folgt, die sich auch ineinander verlieben, so liegt das ganze trotzdem nicht im Fokus der Geschichte. Viel mehr wird sich, wie schon gesagt, auf die Gefühlswelt der Angehörigen von Opfer und Täter nach so einer Tat beschäftigt, wie diese damit umgehen und was sich für sie dadurch verändert hat.
Auch wenn es etwas gebraucht hat, bis ich richtig in der Geschichte war, so hat diese mich nach und nach immer mehr gefesselt. Man will wissen, wer denn nun Recht hat und wer lügt, wofür die beiden Hauptcharaktere sich am Ende entscheiden und vielleicht auch wie es mit ihnen weitergeht. Wen letzteres interessiert, nämlich wie es mit den Charakteren weitergeht, wird enttäuscht, denn das Ende lässt dieses offen. Man wird mit einem Ende zurückgelassen, welches zeigt, dass egal wie es weitergeht, Hoffnung weiterhin besteht. Meiner Meinung nach blieb ein kleiner „Hoffnungsschimmer“ für Charaktere und ebenso für Leser zurück, denn als Leser hofft man stets mit den Charakteren mit. Eben weil dieser kleiner Hoffnungsschimmer zurückbleibt, fand ich das Ende wirklich mehr als schön.
Fazit:
Ein herzzerreißendes Familienpotrait nach dem Geschehen einer schrecklichen Tat, welches sich mit den Ängsten und Sorgen aller Angehörigen, sowohl von Opfer und Täter, befasst. Ich bin gespannt auf mehr von Jenny Downham!
Vielen Dank an carl's books für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Hallo liebe X,
AntwortenLöschendanke für die schöne Rezension! "Ich gegen dich" klingt wirklich nach einem interessanten und nachdenklichen Buch, das ich gerne lesen würde. Aber ich kann mich einfach nicht überwinden, ein Buch mit einem BUTTERBROT als Cover zu kaufen... Das finde ich wirklich ganz ganz schrecklich :-(
Kannst du mir sagen, ob das Brot wenigstens was mit dem Inhalt zu tun hat? Vielleicht finde ich es dann ein wenig besser ;-)
Liebe Grüße von deiner Bücherdiebin!
Hallo X,
AntwortenLöschenganz lieben Dank für deinen Kommentar! Du hast schon recht, das englische Cover ist wirklich nichts besonders, schon zig mal so oder so ähnlich gesehen... trotzdem möchte ich gern wissen, was da in den Köpfen der Verlagsleute vor sich ging, als sie auf die Idee mit dem Butterbrot kamen ;-) Irgendwie ist es ja originell und alle reden drüber (schon mal keine schlechte Publicity), aber dann, sorry dass ich das so sage, finde ich es auch wieder ziemlich hässlich. Schade, dass nicht mal der Inhalt eine besondere Bedeutung zum Butterbrot herstellt :-( Ob die Autorin mit diesem Cover wohl glücklich ist?
Dem Buch werde ich - dank deiner Rezension - trotzdem eine Chance geben. Beim nächsten Büchereibesuch mal die Augen aufhalten ;-)
Alles Liebe wie immer von deiner Bücherdiebin!
Oh, was für ein trauriges Buch! Es mag komisch klingen, aber ich mag traurige Bücher und "Ich gegen Dich" kommt erstmal auf meine Wunschliste. Danke für deine interessante und vor allem spannende Rezi. Man merkt, dass dich dieses Buch sehr nachdenklich gestimmt hat.
AntwortenLöschenLG, Tanja
Also mein Geburtstag war am 21. August. Ist jetzt bisschen länger her :).
AntwortenLöschenMan, "Ich gegen dich" will ich auch sooo gerne lesen. Besonders jetzt nach deiner Rezension. Hast du wirklich gut geschrieben.
LG, Diti
Toll das du mitmachst!
AntwortenLöschenNein die Bücher sollten schon vor der Challenge gelesen worden sein. "was für ein deutsch"
Ob das auch alle so machen - da muss ich meinen Teilnehmern einfach vertrauen.
Ich frag mich auch irgendwie, was Jenny Downham als nächstes schreiben wird. Obwohl sie beiden ihrer Bücher ihre eigene Note aufgedrückt hat, sind sie stimmungsmäßig und thematisch doch irgendwie verschieden. Das find ich ziemlich gut bei ihr.
AntwortenLöschenHm, also ich weiß nicht, ob "Midnight in Paris" jedem so gut gefallen würde. Ich fand ihn toll, weil ich so ruhige, träumerische Filme ganz gern mag, von den "Roaring 20s" und den Künstlern dieser Zeit schon recht fasziniert bin und ein großer Owen-Wilson-Fan bin.
Der Film ist halt schon ein relativ typischer Woody Allen. Falls dir die anderen von ihm nicht so gut gefallen haben, würd ich ihn dir nicht unbedingt empfehlen.
Aw, echt nicht? dann wünsch ich dir noch ganz viel Spaß mit dem Buch! Kann es absolut empfehlen!
AntwortenLöschenStimmt, sie braucht etwas länger. Aber wenn dann so gute Sachen dabei rauskommen, dann stört mich das auf keinen Fall. Besser als bei Autoren, die jährlich ein Buch rausbringen, das irgendwie mittelmäßig ist.
Hmm okay, dann ist das natürlich schwierig zu sagen, ob ich ihn dir wirklich empfehlen kann. Also schaden tut es bestimmt nicht, ihn sich mal anzugucken. Allerdings weiß ich nicht so recht, wie die deutschen Synchronstimmen sind, weil ich ihn mir auf Englisch angeschaut habe.
Hier gibt es zum Glück einige Kinos, die Filme nur im Original zeigen. Da ist das dann immer relativ leicht, sich den Film auf Englisch anzuschauen...
AntwortenLöschenIch war irgendwie echt überrascht, dass das Buch so schlecht war. Eigentlich hört sich der Klappentext ja ganz gut an, es kommt mal aus dem "Mädchen verliebt sich in den geheimnisvollen Fremden" Klischee raus, aber besser war es dadurch leider auch nicht. Kann aber auch sein, dass ich mit meiner Meinung etwas radikal war. Na, ich weiß nicht.
Hm, mal sehen. Sollte es den zweiten Teil in der Bibliothek geben, würde ich ihn wahrscheinlich lesen. Ansonsten aber nicht :]