Montag, 19. März 2012

„Elefanten sieht man nicht“ von Susanne Kreller

Elefanten sieht man nicht“ von Susanne Kreller, 208 Seiten, erschienen im März im Carlsen Verlag.

„Natürlich war ich zu alt für den Spielplatz. […] Dreizehn und auf einem Spielplatz zu sein war eine klare Niederlage. Mascha! In deinem Alter! Aber so war es nunmal, in genau diesem Alter saß ich hier, sah die Stunden über den Sand kriechen und lernte am ersten Feriensonntag und kurz vor dem viel zu warmen Mittagessen Julia und Max kennen.“

Die 13-Jährige Mascha verbringt ihre Sommerferien seit dem Tod ihrer Mutter bei ihren Großeltern in einem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt. Sie langweilt sich größtenteils und verbringt viel Zeit auf dem Spielplatz, wo sie auf einer Holzburg sitzt und Musik hört. Eines Tages lernt sie dort Julia und Max kennen und sieht sie von da an immer öfter. Doch früh bemerkt Mascha, dass etwas mit den beiden nicht stimmt. Woher kommen die blauen Flecken, die sie bei den beiden durch Zufall entdeckt? Ist es das, was sie denkt oder sind es doch nur Verletzungen, die sie sich „einfach so“ ausversehen zugezogen haben, wie es Kinder doch oftmals so machen? Als Mascha dann jedoch mit ansieht, wie Max von seinem Vater geschlagen wird, beschließt sie etwas zu unternehmen. Doch ist es besser, etwas Falsches zu tun als gar nichts?

Susanne Kreller's Debüt „Elefanten sieht man nicht“ ist vom Schreibstil her wirklich angenehm. Sobald man anfängt zu lesen ist man in einem schönen Lesefluss. Doch trotzdem ist das Buch nicht leicht zu lesen, was vor allem an dem Thema liegt, das behandelt wird. Das Buch befasst sich nämlich mit häuslicher Gewalt.

Mascha lernt zwei Kinder kennen, die anscheinend zuhause misshandelt werden und sie will helfen, doch die Erwachsenen hören ihr nicht zu. Und weil sie ihr nicht zuhören, beschließt sie etwas auf eigene Faust zu unternehmen. Jedoch ist das, was sie unternimmt, nicht in jeder Augen die beste Lösung. Was genau sie unternimmt, will ich an dieser Stelle nicht verraten, denn was sie unternimmt, hat mich in dem Moment, in dem sie es tut, wirklich überrascht.

Auch wenn das Buch meiner Meinung nach wirklich wachrüttelt und zeigt, wie wenig oftmals in solchen Situation von denjenigen unternommen wird, die alles mitansehen, so fand ich manches Handeln von Mascha nicht immer richtig. Aber genau das ist auch der Punkt des Buches, denn die Frage, die sich einem während des Lesens stets stellt ist nämlich, ob es besser ist, etwas Falsches zu tun als gar nichts und die Antwort zu dieser Frage muss jeder selbst finden.

Mein einziges Problem während des Lesens war, dass ich oftmals uneinig über Mascha's Handeln war. Teils konnte ich es nachvollziehen, teils aber auch nicht. Und auch wenn ich gespaltener Meinung über ihr Handeln war, so zeigt der offene, teils hoffnungsvolle Schluss doch, dass Mascha's Handeln vielleicht doch noch etwas bewirken kann - auch wenn der Weg dahin nicht für jeden der Richtige war.

„Elefanten sieht man nicht“ ist ein Buch, welches auf schockierende Weise zeigt wie oft Menschen wegschauen anstatt etwas zu unternehmen und ebenso, wie weit ein Mädchen geht um zu helfen – ob ihr Handeln richtig oder falsch ist muss der Leser selbst entscheiden.

5 Kommentare:

  1. klingt sehr spannend. danke für die rezension!

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  2. Das klingt echt interessant. Ich mag solche Bücher, die meist schockierend auf ein gesellschaftliches Problem hinweisen. Hab das Buch auch schon auf meiner Wunschliste stehen. Tolle Rezi.

    Liebe Grüße, Diti

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  3. Das Buch klingt wirklich spannend, ich setze es mal auf die Wunschliste. Vielen Dank für die Rezension!

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  4. Das klingt ja wirklich sehr ansprechend, ich denke, das könnte tatsächlich etwas für mich sein. Danke für die Vorstellung! (:

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  5. So gut geschrieben, dass meine Neugier geweckt ist.

    Liebe Grüße,
    Tanja

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